Sveta Marina Kroatien
An der Ostküste Istriens liegt unterhalb der Stadt Labin noch etwas verschlafen das kleine
Fischerdorf Sveta Marina. Um den Naturhafen stehen wenige Häuser, die in letzter Zeit renoviert wurden. Diese dienen
meist nun als Pensionen. Auf der Halbinsel von Sveta Marina liegt der naturbelassene Campingplatz. Obwohl auch hier in
letzter Zeit sich viel geändert hat, strahlt dieser Ort immer noch sehr Beschauliches aus. Ein Grund, dass wir immer
wieder mal für ein paar Tage hier herkommen.
Ein weiterer Grund ist, dass auf dem Campingplatz direkt an der Hafenmole das Scuba Center von Chris
liegt. Mit seinem Team baute er diese Tauchbasis zu der Besten in Kroatien aus. Das Team besteht aus Chris, Valter,
Daniel und Bodo. Viele Taucher aus Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien und Ungarn trifft man hier jedes Jahr.
Sehr angenehm ist es, dass es direkt um die Halbinsel tolle Steilwände gibt, die bis auf 50 Meter und tiefer zu
betauchen sind. Deshalb entfallen lange Bootsfahrten, mit ein paar Schritten ist man an fantastischen Tauchplätzen.
Natürlich bietet das Team des Scuba Centers auch täglich Bootsausfahrten an, diese sollte man sich nicht entgehen
lassen. Wenig betauchte Gebiete liegen um die Basis. Die Basis ist sehr gut organisiert und es ist immer eine helfende
Hand zur Stelle. Ausgebildet wird nach CMAS und PADI. Vor der südlichen Spitze der Halbinsel liegen zwei Buchten,
von denen aus die Hausriffe eins und zwei betaucht werden. Hausriff 1 Von der größeren
Bucht aus zieht sich eine Steilwand in Richtung Süden. Die Bucht ist mit großen bis mittelgroßen Steinen ausgelegt. Der
Einstieg fällt erst sanft auf fünf Meter ab, dieser Teil der Bucht wird gerne zur Tauchausbildung benützt. Folgt man
die nun beginnende Riffkante, so setzt sich das Riff erst stufenweise mit Sandflächen fort. Bei einer Tiefe von ca. 15
Metern kommt der Taucher zu einer Madonna, die vor ein paar Jahren aufgestellt wurde. Erst ab diesem Bereich fängt die
Steilwand an, die dann teilweise überhängend bis auf 40 Meter abfällt. Kleine und große Höhlen sind voll von
Krustenanemonen bewachsen, Farbtupfer sind auch gelbe und blaulila Schwämme, am Wandboden, der in eine Sandfläche
ausläuft, findet das Auge Langusten. Nach etwa 30 Minuten Tauchzeit geht die Wand in eine Sandfläche über. Hier ist ein
guter Punkt umzukehren. Im 10 bis 15 Meter Bereich taucht man an der Kante der Steilwand entlang zurück zum
Ausgangspunkt. Hier findet man mit etwas Glück Seepferdchen. Viele farbenfrohe Nacktschnecken geben lohnende Fotomotive
im Macrobereich. Hausriff 2 Von der kleinen Bucht aus taucht man die Riffwand linke
Schulter im 10 Meterbereich. In den Löchern warten unzählige Drachenköpfe auf Beute. Man ist gut beraten, diese Tiefe zu
Beginn zu halten, denn erst ab dem sogenannten Pilz fängt die eigentlich interessante Wand an. Der Pilz ist ein
Einschnitt im Riff, der in 25 Meter Tiefe von der Seite gesehen wie ein überdimensionaler Pilz erscheint. Ab hier macht
die Riffkontur einen Knick in Richtung Osten und fällt bis 50 Meter tief ab. Auch hier Schwämme und viele Grogonien, an
denen Katzenhai ihre Eier befestigen. Hier sollte man auf die Tauchzeit achten, denn der Rückweg ist lang im 20 bis 20
Meter Bereich und schnell werden die Dekompressionsminuten aufgezählt. Hausriff 3 oder Jump
Wall Der Einstieg ist auf der östlichen Seite des Campingplatzes, deshalb ist der Weg dort hin etwas
beschwerlich, der nach einer kurzen Kletterpartie an einem Felsvorsprung endet. Von dort springt man ins Wasser und
taucht rechter Schulter gegen Süden. In 30 Meter beginnt eine kleine Wand, an der Katzenhai-Eier an den Gorgonien
befestigt sind. Weiter in Richtung Süden ist nicht mehr so interessant, kommt man bis zur kleinen Bucht. Ein Geheimtipp:
Wenn man nach dem Sprung etwa 100 Meter in Richting Norden schnorchelt, trifft man auf eine Wand, die schon im
10-Meterbereich mit Gorgonien bewachsen ist. Der Nachteil ist, dass man auch wieder an den Klippen aus dem Wasser
steigen muss, da der Weg bis zur kleinen Bucht zu lange ist. Bootstauchplätze
Lena oder Lina Das Wrack, ein italienischer Frachter, der 1914 während eines Schneesturms an die
Küste von Cres auflief. Die Bootsfahrt dauert etwa eine Stunde und ist zur Mittagzeit zu empfehlen. Vom Ankerplatz aus
geht es schnell auf 20 Meter Tiefe. Nach ein paar Flossenschlägen taucht der imposante Bug der Lena auf. Bei guten
Sichtverhältnissen und günstigen Sonneneinstahlung ein Traummotiv für Weitwinkel- und Fisheye-Fotografen. Unbedenklich
kann in die Laderäume getaucht werden. Meist liegt ab 40 Meter ein Nebelschleier über dem Wrack, somit lohnt es nicht
weiter tiefer bis zum Heck zu gehen. Felsentor, Nicolaigrotte Beide Tauchplätze liegen in
südlicher Richtung nah zusammen. Das bzw. die Felsentore sind Durchbrüche wie ein Tor in dem Kalkfelsenformation. Das
erste Tor erreicht der Taucher in 15 Metern, das zweite liegt auf 38 Metern. An der Steilwand entlang sind viele
Gorgonien. Die Nicolaigrotte ist eine etwa 8 Meter tiefe Grotte, der Eingang hat einen Durchmesser von 6 Metern.
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