Tauchsafari auf der Triton Malediven 2008
Es ist Freitag der 21.11. und stehe im Stau. Aus dem Radio höre ich "Bayerns besten Wetterbericht".
So gut hören sich die Vorhersagen zum anstehenden Wochenende nicht an. Doch irgendwie lässt mich das eiskalt (im
wahrsten Sinne des Wortes), denn morgen geht es zum Flughafen. Dort wartet ein Flieger der Emirates, der acht MaleDiver
zum langersehnten Urlaubsziel, den Malediven, bringt. Für die kommenden Wochen werden wir Gast auf der Triton sein,
wobei der Ausdruck Gast nicht ganz passt, denn wir haben uns in den 14 Tagen als Freunde gefühlt. Nach neun Jahren
Abstinenz wieder einmal Malediven. Es hat sich viel getan. Die Inseln sind nicht mehr das, was man vor einigen
Jahren noch als Robinson Feeling antraf. Dies war auch ein Grund, die Malediven mit einer Tauchsafari zu erkunden. Ein
anderer ist es, dass wir schon vor zehn Jahren auf der Triton waren, und dieser Urlaub bis heute unvergessen bleibt. Ein
Vorteil ist, dass man bei einer Tauchsafari an den besten Plätzen der einzelnen Tauchregionen taucht. Vierzehn Tage
Tauchsafari auf der Triton, die maximal 10 Gäste aufnehmen kann dazu neun Besatzungsmitglieder – da könnte man meinen –
es wird eng, aber dem war nicht so. Es waren wieder super Tage mit einer netten Gruppe, anspruchsvollen
Tauchgängen, spannenden Begegnungen unter der Wasseroberfläche, freundlichen Besatzungmitgliedern, gutem Essen und
erlebnisreichen Inselbesuchen. Wir tauchten in sechs Atollen: Nord Male, Süd Male, Felidu, Mulaku, Süd Ari und Nord Ari
Atoll
Die Triton
In den 5 Doppelkabinen haben maximal 10 Gäste Platz. Mit einer Länge von 21,4 Metern und einer Breite
von 6,4 Metern gehört die Triton nicht zu den großen Tauchsafaribooten. Genau das lässt sofort ein
Wohlfühlgefühl aufkommen. Maximale Geschwindigkeit der Triton sind 12 Knoten. Begleitet wird die Triton von einem
Dhoni. Ein Dhoni ist ein in der traditionellen Bauweise der Malediven erbautes Holzboot. Typisch ist der niedrige Kiel,
auffällig das geschwungene Ruder. Auf dem Dhoni ist die Tauchbasis installiert, hier ist die komplette Tauchausrüstung
verstaut. Wir haben es sehr angenehm empfunden, dass wir das Equipment den kompletten Urlaub durch zusammengebaut
hatten.
Die Crew
Es waren neun Besatzungsmitglieder auf der Triton, inbegriffen der zwei Mann Crew vom Tauchdhoni.
Unser besonderer Dank geht an Zacki – Kapitain; Lucky – Koch; Batty – Roomboy; Neff – Waiter; Niyazi – Assistent
Kapitain; Ahmend und sein Bruder Adam – Tauchguides; Naashid - Kapitain Dhoni; Kmusalhu – Crew Dhoni;
Dabei waren
Hans – die Mutter der Truppe der uns mit Capuccino verwöhnte; Heinz – mit X0 kg ein
Schwergewicht; Johannes – der gerne Fotokameras versenkt; Monika – die auch mal einen Tauchgang auslässt;
Richard – der immer genügend Speicherplatz auf seinem Notebook hat; Sepp – der nach 12 Tagen Malediven seine
Sonnenbrille auf 20 Meter versenkt; Stefan – meinte, er muss uns auch bei Nacht unterhalten (Schnarch,
Schnarch...); Walter – der über alles wachte und managte, damit Walhaie und Mantas zum Fotoshooting auftauchen.
Tauchen
Bei 36 Tauchgängen waren wir mit 4 Ausnahmen immer das einzige Boot am Tauchplatz, was sehr angenehm
war – ein Rudeltauchen blieb uns erspart, in unserer kleinen Gruppe selbst war ein individuelles Tauchen möglich. Es
gibt auf der Triton keine Zeitbeschränkungen – aufgetaucht wird bei mindestens 30 Bar in der Flasche. Ein Muss ist
das Mitführen einer Strömungsboje. Ich selbst wurde bei einem Tauchgang von meinem Buddy getrennt und musste den
Tauchgang alleine beenden – ein unangenehmes Gefühl – wenn man bedingt durch die Strömung im Blauwasser nach dem
Sicherheitsstop allein auftaucht und kein Boot sofort sichtbar ist. Verglichen mit den Strömungen im Roten Meer sind die
Strömungstauchgänge auf den Malediven anspruchsvoller – wie das ganze Tauchen überhaupt. Oft werde ich von Schülern
gerfragt, wo es mir am besten gefällt, ich kann da keine befriedigende Antwort geben. Verglichen mit dem Roten Meer
haben die Malediven weniger und kleinere Weichkorallen, was sich auf die Farbenpracht auswirkt. Dafür gibt es
Fische und vor allem Großfische bei jedem Tauchgang, Schildkröten und Napolens bei jedem Tauchgang mehrmals und um
vieles größer. Exemplarisch nachfolgend 4 Tauchplätze beschrieben: Lankan Riff Nord Male Atoll,
gleich am zweiten Tauchgang ein absoluter Traum. Zu Beginn des Tauchgangs ist es recht langweilig, wenig Fisch, ein mit
Hartkorallen bewachsenes Riff. Nach etwa 20 Minuten treten die Stars des Tauchplatzes auf, wie aus dem Nichts segeln
Mantas um einen Felsvorsprung. An der Putzerstation tummeln sich etwa 6 ausgewachsene Mantas. Fantastisch, diese
Weltenbummler der Meere zum Greifen nah zu erleben. Maanigili Out Site Süd Ari Atoll, leider von
der starken Dünnung, die auch wir spürten, zerstörtes Riff, ganz im Süden des Atolls. Wir hatten das unwahrscheinliche
Glück, vier Walhaie zu treffen, zwei mit etwa fünf Metern und die beiden anderen mit ca. acht bis neun Metern schon
ausgewachsen. MayaThila Nord Ari Atoll, wir tauchten an diesem Riff am Tage und machten einen
Nachttauchgang. Was hier beim Nachttauchgang abging, ist unbeschreiblich. Große Rochen wühlten unbeirrt im Sand, junge
Weißspitzen-Riffhaie auf der Jagd, die keine Scheu vor uns Tauchern zeigten. Zum Fotografieren sehr schwer, weil die
Haie unruhig umherstreiften, plötzlich unter einem auftauchten und wieder verschwanden. Hier ging die „Post ab“. Ein
unvergessener, einzigartiger Tauchgang. Dega Thila Nord Ari Atoll, das Riff war nicht zu sehen, es
war verdeckt durch Wolken von Glasfischen, dazwischen jagende Thunas, Makrelen, Zackenbarsche im fünf Meter Bereich
Anemonen, super zum Austauchen.
Als Nachgedanken möchte ich mich bei Willy Tetz für die tolle Zusammenarbeit bedanken. An die ganze
Truppe, es waren wieder super Tag, die einem Freude machten, unvergesslich bleiben und Schwung für die bevorstehenden
Arbeiten bringen. Wir durften die Einwohner der Malediven als sehr herzliche Menschen kennenlernen, die nach einer
Auftauphase für den ein oder anderen Scherz zu haben sind. Wir durften bei unseren Besuchen auf den Einheimischen-Inseln
auch hinter die Fassaden schauen. Hier sind mir persönlich ein paar Dinge aufgefallen, die mich schon auch sehr
nachdenklich machten. Auf den Malediven sind die wichtigsten Dinge, die für uns selbstverständlich sind,
trinkbares Wasser und die Stromversorgung. Der Müll ein großes Problem. Wir, die dieses kleine Paradies gerne
besuchen, sollten uns vor der Reise zumindest etwas Gedanken machen. Vielleicht lässt man die Verpackung gleich zu
Hause, oder nimmt die leeren Batterien wieder mit und entsorgt diese dann fachgerecht, und ein sorgsames Umgehen mit
Wasser sollte normal sein, damit wir weiter diese paradiesische Kleinode besuchen können. In diesem Sinne viel Spaß noch
beim Foto anschauen. Wünscht Euch Walter
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